Umsiedlung

Bei einer Umsiedlung wird der gesamte Nestbau des Wespen oder Hornissenvolkes in einen Umsiedlungsnistkasten eingebaut. 
Der neue Lebensraum sollte mindestens zwei Kilometer vom alten Nistplatz entfernt sein, da die Tiere sonst an den ursprünglichen Standort zurückfliegen können. 

Als ein Neues Zuhause eignen sich Waldlichtungen, Waldränder, Streuobstwiesen oder genügend große Gärten mit entsprechender Vegetation. 
Gerade Gartenbesitzer und Forstwirte wissen um die Nützlichkeit von Hornissen und Wespen. Erbeuten doch die Hornissen eine große Anzahl von Beuteinsekten, die dem Menschen lästig werden können, oder im Wald zu Forstschäden führen. Sie dienen somit als natürlicher Regulator bei der Vermehrung von Schadinsekten. 

Um Konfrontationen mit Spaziergängern, Joggern und Wanderern zu vermeiden, sollte der neue Standort nicht direkt an Wegen gewählt werden. Auch sollten Umgesiedelte Nester nicht auf Anhieb zu entdecken sein, denn die Zerstörungswut einiger Leute kennt auch im Naturschutz keine Grenzen. 

Das Bereitlegen aller Ausrüstungsgegenstände vor Ort ist der erste Schritt bei einer Umsiedlungsaktion.

Nach dem Anschließen der Sauganlage wird ein Saugschlauch ca. 3 - 5 cm unter die Einflugöffnung des Wespen- oder Hornissennestes gehängt.

Nun wird absichtlich ein Alarm im Wespennest ausgelöst. Bei einem Nest im Rollladen z.B., wird durch Schlagen von innen auf den Rollladenkasten, ein Abflug der Verteidigungstiere veranlasst. Durch den Flug nach draußen werden diese Tiere "automatisch" vom Luftstrom erfasst und landen in der Fangbox vom Umsiedlungskasten. Zum Nest heimkehrende Wespen werden ebenso vor dem Einflug ins Nest abgefangen. Sie kommen im Schnitt ca. alle 30 - 40 Minuten mit einem erbeutetem Insekt oder Baumaterial zum Nest zurück.

So werden im Laufe einer guten Stunde der größte Teil der Arbeiterinnen abgefangen.

In der Dämmerung oder gar in der Nacht kehrt ein Teil der Wespen nicht zum Nest zurück. Die Flugtiere aller Wespennester, Ausnahme Hornissen, sind nicht nachtaktiv. Sie verbringen während des Außenfluges, die Nacht an geschützten Stellen im Freien und kehren erst bei Tagesanbruch zum Nest zurück. 

Folglich würden bei einer Umsiedlung, während der Abend und Nachtstunden, ein Teil wertvoller Arbeiterinnen verloren gehen.

Nachdem die ersten Tiere von außen abgefangen wurden und somit die Verteidigungsbereitschaft des Nestes minimiert ist, kann man den Hohlraum öffnen, indem sich das eigentliche Nest befindet.

 Mit dem Saugschlauch werden herumlaufende und heimkehrende Wespen abgefangen. Königin, Jungtiere und einige Arbeiterinnen bleiben in der Regel auf dem Nest sitzen.

Jetzt wird das Nest entnommen und in die Umsiedlungskiste eingebaut.

Wespen und Hornissen bauen ihr Nest immer von oben nach unten. Daher wird das Nest an der Decke der Umsiedlungskiste mit Heißkleber aus der Heißklebepistole befestigt. Größere Nester und dessen Waben können durch Holzsstäbe, als Querstreben, zusätzlich fixiert werden.

Während der Umsiedlung und dem Transport steht die Umsiedlungskiste auf dem Kopf. Dies ist sinnvoll, da sich durch Transporterschütterungen evtl. Waben lösen könnten.
 

Wenn sich das Nest in der Umsiedlungskiste befindet, wird diese verschlossen.

Die Sauganlage arbeitet nach wie vor weiter um immer wieder heimkehrende Wespen einzufangen. Nach insgesamt einer guten Stunde sind die meisten Arbeiterinnen eingefangen und man kann die Umsiedlung am Altstandort beenden.

Der Saugschlauch wird abgenommen.

Um ein Flüchten der eingefangenen Wespen zu verhindern saugt während des Entnehmens der Saugschläuche die Anlage weiter.

Am neuen Standort wird die Umsiedlungskiste vorsichtig umgedreht, sodass die Waben im Kasten wieder nach unten zeigen.

Eine letzte Kontrolle, dann werden die gefangenen Wespen aus der Abfangbox entlassen und dem Nest zugeführt.

Nach den ersten Orientierungsflügen beginnen die Arbeiterinnen das Nest zu versorgen.

Bereits wenige Stunden nach der Umsiedlung verhalten sich die Wespen so, als ob nichts geschehen wäre
 

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